LEUZI ERZÄHLT EINE WAHRE GESCHICHTE

Leuzi erzählt eine wahre Geschichte



Nun, von allein kann ich als  dicker Igel nicht in den großen Rollcontainer
für Hausmüll eines Mehrfamilienhauses gekommen sein.
Ich fühlte mich schrecklich - überall Wände, nirgends ein Ausgang - und der
Geruch - das war selbst für einen gestandenen Igel wie mich zuviel
Da - ein Geräusch, es wird hell -
Nein, das ist zuviel an Aufregung für mich, ich rolle mich fest zusammen.
Da kommt von oben der Müll - wieder dieser unangenehme Geruch, und der
Krach, als der Deckel aufgeht. Aber wenigstens kommt Licht und Luft in mein
Gefängnis.
Da - Stimmen - ein Mann klettert in den Container, er hat mich entdeckt.
Zuerst meinte er, eine olle Bürste gesehen zu haben, aber dann habe ich mich
wohl
bewegt und dann war für diesen Menschen klar - das ist ein lebendes Tier.
Aber das Gefängnis, in das ich dann kam, war ja noch viel kleiner - ein
viereckiges Eimerchen, Ich wollte raus, Aber da kam ein Deckel drauf, das
Loch darin
war noch viel kleiner.
Vor Angst habe ich erst mal meine Blase entleert, Bah, war das nass unter
mir.
Der Mensch hat es gemerkt und es sauber gemach tund dann ein dickes Tuch
reingelegt - aber meine Freiheit war das nicht.
Der Mensch hat viel geredet - wohl ins Telefon und dann war er wohl an einer
Igelstation gelandet.Der Mensch hat erzählt, daß er Angst um mich hätte,
denn
ich könnte ja verletzt sein.
Also - Eimer mit Deckel , worin das Loch war, ab in den Rucksack, dann in
die Straßenbahn - dann in den Nahverkehrszug. Nein, diese Schüttelei und
diese Gerüche -
alles andere als angenehm Vorsichtshalber blieb ich die ganze Zeit fest
eingerollt.
Unglaublich, was man mit mir kleinem Igel macht.
In der Igelstation wurde ich zunächst genau angeschaut - hätte ich auch
gleich sagen können, daß ich keine Verletzungen habe.
Ich wurde gewogen - ich bringe ein stolzes Gewicht von über einem Kilogramm
auf die Waage.
Man legt mich in einen neuen Behälter . Darin liegt eine Zeitung und viel
geknüllte Haushaltsrolle. Wenigstens hat diese Ding ein Loch!
Aber - nein, die Freiheit ist es noch nicht. Aber es riecht nicht mehr so
übel . Man hat mir ein Schälchen Wasser und Futter hingestellt, das so
verführerisch riecht - - - -
Endlich keine Schaukelei mehr - Ruhe, ich wage es, meine Nase aus dem Loch
zu stecken und diese Nase ist weiß. Meine Pfoten sind weiß, meine Ohren sind
weiß und meine Augen rot.
Aber mein dreckiges Stachelfell wirkte zwar sehr hell, aber fast wie bei
einem der üblichen Igel - Ich bin ja auch ein Leuzi - ein leuzistischer
Igel. Einer meiner Vorfahren war ein Albino.
Dem Futter kann ich schließlich nicht mehr widerstehen. Hmmmmmmm! Ich werde
so satt, ohne viel zu suchen!
Ich finde den Weg wieder in den Behälter, aus dem ich rausgeschlüpft bin.
So, nun schlafe ich erst mal aus. Draußen regnet es fürchterlich.
Zwischenzeitlich erwache ich wieder und siehe da - mein Futtertopf ist
wieder gut gefüllt.
Ja, das ist schon mal was!
Inzwischen habe ich mich mal ordentlich entleeren müssen. Diese Person in
der Igelstation freut sich und spielt gleich mit dem Dreck - Ich fasse es
nicht.
Sie befindet, daß ich die paar Innenparasiten, die sie unter dem Mikroskop
sieht, getrost behalten darf.
Und da Köln ja für mich so ein gefährliches Pflaster ist, bin ich heute in
den großen Kloster-Kräutergarten umgezogen. Wie das duftet - nach all der
Aufregung, ist es ein Genuß
Hier gibt es Flechtzäune einfach auch Holzstöcken, als Umgrenzung viele
Steine mit herrlichen Lücken zum verstecken, eine Weide in der Nähe mit
Schafen und vielen vielen Kräutern.
Da gibt es Insekten - Oh, davon habe ich in Köln manchmal geträumt.
Eine Straße ist nicht in der Nähe, aber am Waldrand viele Büsche und das
sind herrliche Unterschlüpfe, es sind auch Schafunterstände mit solch
herrlichen Spalten und Verstecken da, es gibt Wasser in einem kleinen
Naturteich . Ich glaube, die ganze Aufregung hat sich gelohnt - hier bleibe
ich, hier sind bestimmt im nächsten Jahr Artgenossen, um eine Familie zu
gründen.
Dem Kerl, der mich in die Mülltonne geworfen hat, wünsche ich die Pest an
den Hals.

    

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