IHRE REDE ZUM TAG DER BEFREIUNG VON AUSSCHWITZ

astrid suchanek
mannheim
 
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
 
Sie haben aus Anlaß der Befreiung des KZs Auschwitz am 27.1.1945 eine Rede gehalten. Darin fragten Sie, wie es zu solch einem Civilisationsbruch kommen könne und wiesen auf die Verantwortung der nachgefolgten Generationen hin.
 
Ich kopiere aus Ihrer Rede:
 
"Der Name Auschwitz steht wie kein anderer für die Verbrechen Deutscher an Millionen von Menschen. Sie erfüllen uns Deutsche mit Abscheu und Scham. Wir tragen hieraus eine historische Verantwortung, die unabhängig ist von individueller Schuld. Wir dürfen nie wieder zulassen, dass solche Verbrechen geschehen. Und wir müssen die Erinnerung wach halten. Denn das Wissen um das geschehene Grauen, die Erkenntnis dessen, was Menschen fähig waren, anderen Menschen anzutun, sind Mahnung und Verpflichtung für die gegenwärtigen und kommenden Generationen, die Würde des Menschen unter allen Umständen zu wahren und niemals mehr andere zu verfolgen, zu erniedrigen oder gar zu töten, weil sie anders sind in Glaube, Volkszugehörigkeit, politischer Überzeugung oder sexueller Orientierung.
 
Es ist unmöglich, sich das Grauen in seiner Gesamtheit vorzustellen....
Was die Opfer in den Jahren zuvor in Auschwitz erleiden mussten, ist unfassbar, unsagbar, unbeschreiblich.
 
Wer Ihre Schilderungen gehört hat, bleibt ein Leben lang beeindruckt.

Wir tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass ein solcher Zivilisationsbruch nie wieder geschieht - in Europa und weltweit. ... Wir wollen nicht vergessen, dass es auch damals Menschen aus allen Nationen und Schichten gab, die nicht weggeschaut, sondern geholfen haben, soweit es ihnen möglich war, und die oft genug ihr eigenes Leben dafür riskiert haben."
 
Sie haben sich tief beeindruckt bei Ihrer Rede gezeigt, bedrücktes Gesicht auf Fotos.
Sie beteuerten, daß diese furchtbaren Verbrechen nicht vergessen werden und nie wieder geschehen dürften. Wie wahr.
 
 

Was aber, wenn Sie die Vokabel Menschen durch die Vokabel Tiere ersetzen?

 
Wie sehen Sie die Paralelle zum Tiermassenmord in den heutigen Tier-KZs, der noch massenhafter jeden Tag in unserem Land und weltweit verbrochen wird - Tiermassenmord und barbarische Tierquälerei von Geburt an, auf den Transporten und bei der grauenvollen Schlachtung? Ungerührter grauenvoller Mord, ungerührte, mit Gewalt erzwungene Geburten in Gefangenschaft und Sklavenhalterei, ungerührte grauenvolle Todestransporte, ungerührtes grausiges Schächten, alles begangen an Milliarden sensiblen Lebewesen jedes Jahr weltweit! Milld. Tiere erleiden jährlich ihre Zersäbelung/Zerstückelung/Verbrühung/Kochen bei lebendigem Leib entweder durch das "normale" Schlachten im Schlachthof oder durch das noch abartigere Schächten, vom Angeln und Fischen hier mal gar nicht gesprochen.
 
Daß die Barbarei weltweit seit jeher betrieben wird, spielt in der Sache keine Rolle. Wo wäre da ein Unterschied zu den KZs der Nazis bzw. zum Holocaust?
 
 

Nie wieder Holocaust: Was bedeutet das für Sie, für die deutsche Politik?

 
Etwa das:
Dr. Merkel: "Es sind ja nur Tiere"!
 
Oder das:
 

 
"Rassismus fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und denkt, es sind ja nur Tiere."
Theodor W. Adorno

 
Oder das:
"Ja, wir lassen es zu, daß unsere Tierbrüder und -schwestern niedergemetzelt werden. Ein grausames Verhalten von den sogenannten "zivilisierten" Menschen."
Richard Wagner
 
Oder vielleicht das:
"Wir haben nicht zwei Herzen - eins für die Tiere und eins für die Menschen. In der Gewaltausübung gegenüber ersteren und der Gewaltausübung gegen letztere gibt es keinen anderen Unterschied als denjenigen des Opfers."
Alphonse de Lamartine
 
Oder das:
 

 
"Dem Tier gegenüber sind heute alle Völker mehr oder weniger Barbaren. Es ist unwahr und grotesk, wenn sie ihre vermeintliche hohe Kultur bei jeder Gelegenheit betonen und dabei tagtäglich die scheußlichsten Grausamkeiten an Millionen von wehrlosen Geschöpfen begehen oder doch gleichültig zulassen."
Alexander von Humboldt

 
Das:
"Wenn der Mensch ernstlich u. aufrichtig den moralischen Weg sucht, so ist das erste, wovon er sich abwenden muß, die Fleischnahrung.
Leo Tolstoi.
 
Und das:
"Es wird ein großer Fortschritt in der Entwicklung des Menschengeschlechts sein, wenn wir Früchteesser werden und die Fleischesser von der Erde verschwinden. Alles wird möglich auf unserem Planeten von dem Augenblick an, wo wir die blutigen Fleischmahle und den Krieg überwinden."
George Sand
 
Niemand hat je eine Rede in einem Schlachthaus zum Gedenken an die dortigen Opfer gehalten. Wäre Ihre Rede zu Auschwitz nicht Anlaß, auch der Tiermassenmorde zu gedenken und die Konsequenzen zu ziehen? Sie haben sie selbst ausgesprochen:
 
 

"Wir dürfen nie wieder zulassen, dass solche Verbrechen geschehen."

 

Nur solche? Und die anderen?

 
"Es ist unmöglich, sich das Grauen in seiner Gesamtheit vorzustellen....
Was die Opfer in den Jahren zuvor in .... erleiden mussten, ist unfassbar, unsagbar, unbeschreiblich. Wer ihre Schilderungen gehört hat, bleibt ein Leben lang beeindruckt."
 
Ja, es ist unmöglich, sich das Grauen der Tiere vorzustellen, die das Schlachten ihrer Leidensgenossen mitansehen müssen, denen die Angst im Nacken sitzt, weil sie wissen, daß ihnen dasselbe bevorsteht - noch schlimmer das Grauen beim Schächten. Die dortige Monstrosität ist absolut unvorstellbar. Für die Schandbarkeit dieses Verbrechens, im 21. Jhd. noch immer und auch noch unter dem Schutz des deutschen Gesetzes und der deutschen Politiker, kennt unsere Sprache kein Wort.
 
Nein, wer die Schilderungen gehört oder das Grauen gar selbst erlebt hat, der bleibt nicht ein Leben lang beeindruckt, der bleibt ein Leben lang schwer traumatisiert! Das gilt nicht nur für den Holocaust an den Menschen, das gilt auch für den an den Tieren, weshalb unzählige Menschen zu Veganern wurden.
 
Richtig:
Wir tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass ein solcher Zivilisationsbruch nie wieder geschieht - in Europa und weltweit, aber das gilt auch für die Tiere! Deshalb gibt es heute wie damals Menschen, die nicht wegschauen: die Tierschützer. Und die leiden mit den Tieren. Da die Damen und Herren Politiker aber lieber den Profiteuren der Tierquälerei und ihrem politischem Kalkül nachjagen, statt ihre sittlich/moralischen Pflichten und ihre Verantwortung für die fühlenen Tiere wahrzunehmen, leiden nicht nur die Tiere, sondern auch die verantwortungsbewußten Bürger an der modernen Barbarei. Ihr Leid ist nicht ihr Privatvergnügen: Hier findet gleichermaßen eklatanter Verstoß gegen die Menschlichkeit und gegen die grundgesetzlich garantierten Persönlichkeitsrechte dieser Bürger statt.
 
Um jeder Verdrehung des Sachverhalts den Weg zu versperren: Hier geht es nicht um Holocaust-Leugnung oder -Verharmlosung und nicht um Religionsklitterung. Hier geht es um die lebenslängliche Tierversklavung und um die Barbarei des Schlachtens und Schächtens, was den Vergleich mit dem Holocaust impliziert. Mit dem Schächten wurde aus politischem Kalkül der Barbarei auch noch die Krone aufgesetzt, es wurde gesetzlich geschützt. Kein Religiöser hat das geringste private oder gesellschaftliche Recht, steinzeitlichen Ritualen einer imaginären Religion wegen zu frönen, wenigstens nicht in Deutschland und schon gar nicht im 21. Jhd.! Die Erde ist keine Scheibe mehr. Und Politik hat sich immer noch am Humanismus auszurichten!
 
 

 
"Tierschutz ist keine Liebhaberei, sondern eine ernste, sittliche Pflicht im Interesse des Volks, des Staates und der Menschlichkeit."

 
 
Manfred Kyber
 
 

"Viele Menschen wünschen in Frieden, Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit zu leben, während sie noch das Fleisch der verfolgten, gefangen gehaltenen und wehrlos abgeschlachteten Mitgeschöpfe zwischen den Zähnen haben."
 
 
"Wenn der Mensch den Tiger umbringen will, nennt man das Sport. Wenn der Tiger den Menschen umbringen will, nennt man das Bestialität. Der Mensch hat sich viel zu hoch aufs Pferd gesetzt, eines Tages wird er herunterfallen."
G. B. Shaw
 
 
"Es sollte uns fortan nur daran gelegen sein, der Religion des Mitleidens, den Bekennern des Nützlichkeitsdogmas zum Trotz einen kräftigen Boden zu neuer Pflege bei uns gewinnen zu lassen. Was erwarten wir denn von einer Religion, wenn wir das Mitleid mit den Tieren ausschliessen?"
 
 
Richard Wagner
 
 
 
"Der Mensch hat die Erde zu einem einzigen gigantischen Friedhof gemacht um der Gaumenlust willen. Es starben und sterben wertvolle Tiere für wertlose Menschen."
Günther Schwab
 
 
 
"Die religiöse Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, umfaßt natürlich auch die Tierwelt und legt den Menschen die Pflicht auf, die unter ihm entstehenden Geschöpfe zu ehren und zu schonen. Dann kann man sie aber auch nicht schlachten und essen."
 
 
Johann Wolfgang von Goethe 
 
 
 
 
"Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka."
 
 
Isaac Bashevis Singer
 
 
 
"Vorrechte sind der größte Feind des Rechts".
Marie von Ebner-Eschenbach.
 
"Schuldig ist  jeder, der nicht protestiert, obwohl er könnte." 
Sophie Scholl 
 
http://www.bild.de/BILD/politik/2011/01/27/holocaust-gedenktag-bundespraesident-christian-wulff/hg-auschwitz-holocaust-gedenktag/wulff-rede-im-wortlaut.html
 
In Erwartung Ihrer Stellungnahme zum Holocaust an den Tieren
mit freundlichem gruß
astrid suchanek

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