MITTELMEERKRANKHEIT

 

Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede. 

 

 

 

Standards der Tierheime in Spanien

 

 

 

 

 

Alle Tierheimhunde werden nach Aufnahme im Tierheim und erfolger Quarantäne durch die Tierärzte untersucht, behandelt, ggf. operiert.

 

 

 

 

 

Ab ca. 8. Lebensmonat erfolgt die Titerbestimmung auf Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose, Dirofilaria.

 

 

 

 

 

Bei Junghunden unter dem 8. Lebensmonat veranlassen wir folgende Blutunters.: großes Blutbild, Leber- u. Nierenwerte, Eiweiß-Elektrophorese. 

 

 

 

Bei Leishmaniose positiv getesteten Hunden werden zus. folgende Parameter bestimmt: großes Blutbild , Leber- und Nierenwerte, Eiweiß-Elektrophorese. 

 

 

 

 

Die Nachtestung aller Mittelmeerkrankheiten sollte ca. 6-12 Monate nach Adoption in Deutschland erfolgen (bei Symptomen bitte sofort!).

 

 

 

 

 

 

Alle Tiere werden während ihres Tierheimaufenthaltes regelmässig entwurmt und auf Ektoparasiten behandelt.

 

Alle Tiere sind altersgemäß geimpft, gechippt und  werden je nach Alter und Gesundheitszustand vor der Adoption kastriert.

 

 

Es gibt Krankheiten, die häufig bei Hunden aus dem Mittelmeerraum vorkommen können und die in Deutschland nicht sehr bekannt sind...

 

 

Leishmaniose

 

 

Ehrlichiose

 

 

Babesiose 

 

 

 

Dirofilaria - Herzwurmerkrankung

 

 

Kokzidien-Giardien (Darmparasiten, die häufig bei Hunden und Katzen aus dem Mittelmeerraum vorkommen, und mit Tabletten behandelt werden).

 

 

Leishmaniose beim Hund
Mittlerweile sind viele Hundehalter und Fachleute mit dem Begriff Leishmaniose vertraut, doch je mehr über diese Krankheit geredet wird, desto mehr Halbwahrheiten und auch Fehlinformationen gehen um. Leider werden noch immer viele Leishmaniose - positive, aber dennoch gesunde Hunde hierzulande eingeschläfert, weil der Wissenstand über diese Erkrankung eher niedrig ist.

Erreger und Übertragung
Die Erreger (Leishmania infantum, verursacht die kutane und die viszerale Form der Leishmaniose) sind mikroskopisch kleine Parasiten, die Makrophagen (Zellen des Immunsystems) von Menschen und Tieren befallen. Übertragen werden sie durch den Stich der Sand- und Schmetterlingsmücke der Gattung Phlebotomus in der Zeit von Mai bis Oktober. Die Parasiten siedeln sich in Leber, Milz und Knochenmark an und vermehren sich rasch. Die typischen Symptome der viszeralen Leishmaniose sind Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerzen, einhergehend mit einem allgemeinen Kräfteverfall, die in einer allmählichen vollständigen Zerstörung von Leber und Milz endet. Unbehandelt führt die Krankheit in einem Zeitraum von 6 bis 24 Monaten zum Tode. Außerdem treten geschwürartige Hautveränderungen auf.  Die Verbreitung der Krankheit beschränkt sich auf den Lebensraum dieser Mücken in tropisch-

 

 

und subtropischen Zonen.  Die Infektionskette sieht folgendermaßen aus: die blutsaugende weibliche Sandmücke sticht einen Wirt, der die Leishmanien beherbergt. Dies ist ein Wirbeltier, inkl. der Mensch.  Als nächstes sticht die Sandmücke einen Hund und infiziert ihn so.  

Ist Leishmaniose übertragbar?
Die Ansteckungsgefahr vom Hund auf den Menschen bzw. von Hund zu Hund ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen. Die Besiedelung eines Organismus mit Leishmanien wird immer nur durch den Stich der Sandmücke ausgelöst. 

Symptome
Am auffälligsten sind die Hautsymptome: dünnes, glanzloses Fell, stellenweise Kahlheit, grobe Schuppung (weiß-silbrig), Ohrrandnekrosen, stellenweise Auflagerungen von Schuppenkrusten und asbestartiger Schuppung. Zusätzlich können entzündliche, ulzeröse Hautveränderungen auftreten, Augenbindehautentzündungen, Krallenwachstum, Lymphknotenvergrößerung, Mattheit, Durchfall, Gewichtsabnahme, Gelenkentzündungen. - Alopezie und Hautschuppung sind bei 60% aller Hunde festzustellen, beginnend in der Kopfregion, sich dann über den Körper ausbreitend.  - Ulzera (23%) insb. an Gelenken, mukokutanen Übergängen und an Extremitäten. Hunde mit diesem Befundmuster verfügen wahrscheinlich über eine intermediäre Immunkompetenz. ( C. Noli ) - Multiple Knoten (12%). Hunde mit diesem Reaktionsmuster haben eine extrem ineffektive Immunreaktion.( C. Noli ) Fast nie treten alle Symptome gleichzeitig auf, meist sind nur wenige Symptome vorhanden. Häufig labordiagnostische Befunde sind: polyklonale Hyperglobulinanämie, Hypoalbuminämie, Hyperproteinämie, geringgradige Erhöhung der Leberenzymwerte, Anämie, Thrombozytopenie, Azotämie und Kreatininämie, Leukopenie und Leukozytose mit Linksverschiebung. Die Inkubationszeit beträgt Wochen bis Monate. Wenn die serologischen Untersuchungen (auf Antikörper) positiv ausfallen, ist der Hund behandlungsfähig.

Testverfahren
Es gibt zwei Möglichkeiten zu testen ob ein Hund infiziert ist:
- den Bluttest, mit dem die Krankheit indirekt, über Antikörper (Titer-Wert) bestimmt wird und
- den direkten Nachweis über eine Knochenmarkpunktion.

Bluttest auf Antikörpertiter, das heißt auf körpereigene Stoffe des Immunsystems. Dieser Nachweis entscheidet jedoch nicht zwischen erkrankten und gesunden Tieren. Dieses zeigen lediglich die Symptome. *Institut für Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie der Universität München - Leopoldstr.5 - 80802 München - Tel.:089 / 2180 - 3622 Die Kosten belaufen sich auf ca. 25 Euro, bei zusätzlicher Testung auf Babesien und Ehrlichien ca. 50 Euro. Für Analysen von Tieren aus dem Tierschutz, gewährt das Institut einen Nachlass. Da die Krankheitssymtome unspezifisch sind, und mit denen der Babesiose und Ehrlichiose evtl. ähnlich verlaufen können, ist es ratsam, gleichzeitig einen Erregernachweis auf Ehrlichiose, sowie Babesiose mitbestimmen zu lassen.

PCR-Analyse (Polymerase-Kettenreaktion): als direkter Nachweis nach einer Therapie zur Kontrolle, ob noch Leishmanien in Lymphknoten oder Knochenmark vorhanden sind. Dieser Eingriff wird narkosefrei und für den Hund unproblematisch und schnell durchgeführt : Dr. med.vet. Andreas Moritz - Medizinische und Gerichtliche Veterinärklinik I - Innere Krankheiten der Kleintiere - Frankfurter Str.126 - 35392 Gießen - Tel.: 0641 / 99-38 608 / 38604  

Neueste Forschungsergebnisse
Professor Dr. Hansjörg Eibl, am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, arbeitet an der Entwicklung eines neuen Mittels zur Therapie von Leishmaniasis in Hunden. Da die Untersuchungen bislang noch nicht abgeschlossen sind, und sich das Mittel auch noch nicht auf dem Markt befindet, müssen Tierärzte und Hundehalter leider noch auf die klassische Behandlung mit Allopurinol und / oder Glucantime zurückgreifen. Wir werden über den neuesten Stand der Entwicklung, sowie über eine mögliche Schnellzulassung informieren. 

Behandlung
Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten. Am besten verträglich ist der Wirkstoff Allopurinol, der in der Humanmedizin als Gichtmedikament eingesetzt wird. Es wird in Tablettenform 2 x täglich - 15mg/kg alle 12 Std.verabreicht. Die Dauer der Eingabe kann Wochen bis zu 12 Monate erfolgen. Ratsam ist der Einsatz von Allopurinol bei einem Titerwert von über 1: 64. Eine kurzzeitige Behandlung mit einem Antimon - Präparat (Glucantime) sollte bei einem starken Schub u. U. erfolgen. (Kombinationstherapie)

Die Injektionen sollten vorzugsweise im Abstand von 12 Stunden (20-40 Tage) intramusculär, besser subcutan verabreicht werden, da das Medikament eine kurze Halbwertzeit hat und schnell über den Harn ausgeschieden wird. Eine Verlaufskontrolle der Serumproteinelektrophorese ist die einfachste und beste Methode zur Beurteilung des Behandlungserfolges. Lesen Sie bitte auch den Text:

Babesiose Der Erreger ist Babesia canis. Hunde infizieren sich durch den Stich infizierter Zecken. Die Babesien dringen in die roten Blutkörperchen ein, vermehren sich und zerstören sie. Dadurch wird unter anderem Blutarmut und Gelbsucht ausgelöst. Zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung liegen 3 Tage bis drei Wochen. Vorkommen u.a. in Südeuropa, Frankreich und Ungarn, Schweiz und in gewissen Gebieten Deutschlands. (Gothe et.al.1986) 

Symptome Der Verlauf kann akut, schleichend, oder chronisch sein. Die typischen Symptome können ganz oder zum Teil fehlen. Trübung des Allgemeinzustandes, Fieber, blasse Schleimhäute, und häufig, aber nicht immer, tritt ein hämolytischer Ikterus (Gelbsucht) auf, Milz- und Leberschwellung, angestrengte Atmung, (infolge der Anämie und der Hämolyse). In vereinzelten Fällen kann Durchfall auftreten, sowie Haut- und Schleimhautblutungen.

Diagnose Babesiose Erregernachweis im Blut bei *Institut für Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie der Universität München

Behandlung - Oxopirvedine (Merial):
15 mg/kg, subcutan, evtl. Wiederholung nach 48 Std. - Imizol = Carbesia (Schering-Plough): 6mg/kg, subcutan, zweimalig in Abständen von 14 Tagen (auch wirksam gegen Ehrlichiose) - Tetracyllin Tabletten: 20 - 25 mg/kg , 3 x täglich 10 - 14 Tage

Ehrlichiose
Erkrankung durch Ehrlichia canis  ist ebenfalls eine Infektion die durch Zeckenstiche ausgelöst werden kann.Sie tritt häufig gemeinsam mit der Babesiose auf, da beide Erreger von denselben Zecken übertragen werden. Inzwischen traten auch Erkrankungen in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz auf. Überträger ist die braune Hundezecke, die weltweit in warmen Klimazonen vorkommt.

Symptome
Akut oder meist chronisch, aber auch asymptomatisch. Ein bis drei Wochen nach der Ansteckung kommt es zum Krankheitsausbruch mit Fieberschüben bis 41 Grad Celsius, Nasen - und Augenausfluß, blasse Schleimhäute, geschwollene Lymphknoten, zentralnervale Störungen, Gelenkentzündungen, Durchfall und Erbrechen. Später können sich Knochenmarkschäden und chronische Blutarmut einstellen. Im Vergleich zur Leishmaniose ist im Blutbild die Thrombozytenzahl häufig extrem niedrig .Ausserdem liegt eine Hemmung der Erythropoese vor. 

Diagnose
Ehrlichia Erregernachweis im Blut bei *Professor Dr. R. Gothe  

Behandlung - Imizol = Carbesia (Schering-Plough ):
Behandlung siehe wie bei Babesiose. - Doxyclin Tabletten: 10 mg/kg 1x täglich 3 Wochen lang. 

Herzwurmkrankheit
Dirofilaria immitis tritt weltweit in warmen Klimazonen auf.

Prophylaxe Von der Firma Pfitzer wird das Mittel "Selamectin" - ("Strong Hold" - Handelsname) als "Spot-On" auf einen Fleck beim Hund aufgetragen oder von der Firma Novartis das Mittel "Program Plus" - 1 Tablette alle 30 Tage pro kg/Körpergewicht.

Nach oben


nPage.de-Seiten: musik für große und kleine partys | Nicolles Bunte Farm